Felix Haas ist ein deutscher Designer, Gründer und Investor und arbeitet an der Schnittstelle von Mensch-Computer-Interaktion und künstlicher Intelligenz.
Als einer der ersten Designer bei Lovable leitet er heute dessen Design-Team mit und ist Scout-Investor bei Sequoia Capital.
Er glaubt: Je leichter KI das Bauen von Software macht, desto mehr kommt es darauf an, zu entscheiden, was es verdient, gebaut zu werden, und es mit Sorgfalt zu bauen.
In den vergangenen zehn Jahren hat Felix eigene Unternehmen gegründet, Produkte und Marken einiger der meistbeachteten Startups Europas geprägt und ein Designstudio aufgebaut, das 2024 übernommen wurde.
Er lebt abwechselnd in London, Stockholm und New York.
Frühe Jahre und Ausbildung
Felix wurde 1998 in Düsseldorf geboren. Seine Eltern führten ein Modeunternehmen, und einen Großteil seiner Kindheit verbrachte er zwischen Kollektionen, Galerien und Kunstmessen, einem Umfeld, dem er seinen Blick für Form und Detail zuschreibt.
Schon zur Schulzeit wollte er eigene Produkte bauen und brachte sich selbst bei, Consumer-Apps zu gestalten und zu entwickeln. Nach einem Studium in Business und Management an der Technischen Universität München schrieb er sich an der Harvard University für Business und Design ein. Nach einem Jahr ging er, um sich ganz dem Bauen von Produkten zu widmen.
Skip App
Mit achtzehn gründete Felix Skip App, eine App, mit der man Fotos im selben Moment an Menschen in der Nähe schicken konnte. Er gestaltete und baute das Produkt selbst, sammelte eine Pre-Seed-Runde bei Business Angels aus München und Los Angeles ein und zog nach Palo Alto in die San Francisco Bay Area.
Die App erschien Anfang 2018 im App Store, noch im selben Jahr wurde das Unternehmen geschlossen. Er bezeichnet Skip als Auslöser seiner Karriere im Design.
Mapify
In der Bay Area lernte Felix Patrick Haede kennen, Mitgründer der Reiseplattform Mapify, der einer seiner engsten Weggefährten werden sollte. Er kam als erster Designer ins Unternehmen, wurde später Head of Design und gestaltete das Produkt durchgehend.
Apple stellte die App mehrfach im App Store vor, ab 2019 war sie auf den Geräten in Apple Stores vorinstalliert. Mapify sammelte mehr als 3 Millionen US-Dollar Risikokapital ein und wurde 2021 von HomeToGo übernommen.
Gorillas und Selbstständigkeit
Die Anerkennung für seine Arbeit bei Mapify führte zu einer Reihe von Aufträgen bei jungen Unternehmen. Im Oktober 2020 wurde Felix mit zweiundzwanzig der erste Designer bei Gorillas, dem Berliner Lebensmittel-Lieferdienst, der zu einem der am schnellsten wachsenden Unternehmen der europäischen Geschichte wurde. Direkt mit den Gründern gestaltete er die erste App und legte das Fundament der Marke.
Auch bei Arive war er der erste Designer, und er wurde als Design-Partner für Unternehmen in der Frühphase und im Hyperwachstum bekannt.
Business Insider beschrieb ihn als einen der gefragtesten Designer der europäischen Startup-Szene.
Creandum und Blossom Design
Im Januar 2022 holte die Venture-Capital-Firma Creandum Felix als einen ihrer ersten Designer in Residence. In dieser Rolle arbeitete er eng mit dem Investment-Team und beriet Portfoliounternehmen in Produktdesign und beim Aufbau von Design-Teams.
Im selben Jahr gründete er mit Johanna Weber das Produkt- und Markenstudio Blossom Design, mit dem er Design-Partnerschaften in größerem Umfang anbieten konnte. Sonic übernahm das Studio im September 2024.
Lovable
Nach einer Zeit in Paris, in der er Startups beriet und in sie investierte, lernte Felix bei einem Event in London die Gründer von Lovable kennen und investierte in das Unternehmen.
Im März 2025 kam er als einer der ersten Designer zu Lovable. Heute leitet er das Design-Team mit, in einem Unternehmen, das so schnell wächst wie kaum eines in der Geschichte der Software.
Investieren
Neben seiner Arbeit als Designer hat er als Business Angel in mehr als 30 Startups investiert. Seit 2025 ist er Scout für Sequoia Capital. Gemeinsam mit Patrick Haede betreibt er Quick Coffee, einen Podcast und ein Investment-Vehikel.
Schreiben und Vorträge
In seinem Newsletter schreibt er über Interface-Design, künstliche Intelligenz und Startups. Zu seinen Essays gehören „Kind Products Win“ (2025) und „Invisible Interfaces“ (2026).
Er spricht regelmäßig auf Konferenzen und hält Gastvorträge in aller Welt, unter anderem bei Slush, TechCrunch und Founders Forum.
Design-Philosophie und Einflüsse
Felix’ Arbeit folgt dem Prinzip der Reduktion: der Überzeugung, dass ein Design vollständig ist, wenn sich nichts mehr wegnehmen lässt. Je leichter KI das Herstellen von Software macht, so argumentiert er, desto weniger liegt der Wert von Design in der Ausführung und desto mehr in der Absicht: zu entscheiden, was es verdient, gebaut zu werden, und es mit Sorgfalt zu bauen. Die Aufgabe von Designern sieht er darin, KI „usable, trustworthy, and human“ zu machen.
Ein wiederkehrendes Thema in seinen Texten ist Freundlichkeit. Einem Jahrzehnt Design, das ganz auf Effizienz ausgerichtet war, setzt er die Forderung nach Technologie entgegen, die nicht nur mächtig, sondern auch freundlich ist. Außerdem schreibt er über Interfaces, die in den Hintergrund treten, und über eine Zukunft, in der Menschen im Gespräch mit KI-Agenten interagieren und sich Design auf die Momente von Vertrauen und Freigabe verlagert.
Kaum ein Mensch hat Felix so geprägt wie seine Großmutter Ilse Haas. Die beiden standen sich sehr nahe. Sie war eine Ikone der Mode und des Designs und begann schon früh, Kunst zu sammeln.
Als Kind begleitete Felix sie zu Vernissagen, wo sie ihm erzählte, was ihr gefiel, und ihm beibrachte, worauf er achten sollte. Ihr früher Einfluss half ihm, einen eigenen Geschmack zu entwickeln, der sich heute in seiner Arbeit widerspiegelt. Er nennt sie oft als große Inspiration und ist ihr bis heute zutiefst dankbar.
Felix Haas
Designer, Lovable